Fontainebleau - April 2010


Nach einer wirklich sehr kletter- und boulderarmen Wintersaison und arbeitsbedingt wenig Zeit für Wochenendausflüge, ging es jetzt endlich mal wieder raus an echten Fels.

Mit dabei waren Tobi und Manu. Eigentlich war Bouldern in der Schweiz geplant, aber aufgrund der Kälteempfindlichkeit eines meiner Freunde ;) und des Schneeaufkommens, sind wir kurzerhand nach Bleau ausgewichen.



Da ich  die Befürchtung hatte, dass durch die pressige Kletterei mein Bizepsansatz wieder Probleme macht, habe ich über den Tag gesehen jeweils relativ wenig gebouldert, hatte dafür aber auch nur 2 Pausentage und kaum Schmerzen. Das kann ich jedem der auch derartige Probleme hat nur empfehlen (neben natürlich ausgiebigem Aufwärmen, was ich leider nicht besonders gut kann ;) ). Zudem kam mir das entgegen, da ich den Urlaub diesmal eher als „Erholung“ nutzen wollte.



Mit dem Wetter hatten wir - zumindest was die Feuchtigkeit anbelangt - extremes Glück: Es hatte nur einen Abend mal geregnet. Die Temperaturen waren mit meist 15 – 25° aber eigentlich schon zu warm.



Wir konnten einige schöne Boulder klettern. Besonders gefreut hat mich, dass ich alle Boulder in ungefähr unter 10 Versuchen klettern konnte.
Hier die wirklich schönen Highlights:

Pensées Cachées (7b) - Franchard Cuisinière: sehr schöne Kante, hat man erstmal den Fuß im Loch, kann man sich freuen. Bis dahin hilft einer der 3 Kratzer für den linken Fuß

Crazy Horse (7b) - Apremont Ouest: zwar im hinterletzten Loch ;) aber trotzdem irgendwie abgefahrene Züge an der Kante

Duroxmanie direct (7a) -  Cuvier Est: hammer, schöne Leisten und Zangen

Retour aux Sources (7a) - 95.2: saugeil, fast nur gute Griffe und die zwei slopy Leisten hält man auch bei 25° und praller Sonne :D

La Voie du Flirt ( 7a+) - Éléphant: hoch!! Aber oben nicht mehr schwer. Witzige Züge mit hook überm Kopf. Der Griff am Schlüsselzug sandet etwas

Gauche (7a) - Apremont Ouest: eigentlich blöd:  unspektakulärer Lowball, aber ein cooler Hook und nette Sloper

Einige der Boulder haben wir auch auf Video gebannt:


 

Ein absolutes Highlight für mich und ein Muss für jeden Bleau-Fan ist meiner Meinung nach der Violette Parkour („mauve circuit“) in Dame Jouanne.

Im Führer steht, dass Alpinisten diesen Parkour aufgrund der Ausgesetztheit und Länge gerne als Vorbereitung für Touren machen:
Der Parkour umfasst 76 Boulder (ich war nach 30 platt und kurz vorm Verdursten). Ab und an ist die Orientierung nicht ganz einfach, obwohl ich nur an 2 bis 3 Stellen etwas länger die Markierungen suchen musste.
Für Leute mit Höhenangst ist die Geschichte aber nichts, da man relativ oft nicht so ohne weiteres abspringen kann. So kann es schon mal vorkommen, dass man in 5-10 Metern Querungen absolviert oder aus dieser Höhe abklettern muss. Dafür ist aber auch kein Boulder schwerer als 4b. Das klingt erstmal leicht, aber wenn Fallen keine Option ist, sieht die Sache schon wieder anders aus: spätestens bei Boulder Nr.20 „La Tubulaire“ werdet ihr mir zustimmen ;) .Man tut also gut daran etwas Reserve zu haben und so ca. den 5ten Bleau-Grad mehr oder weniger drauf zu haben.

Manuel im violetten Parkour in Dame Jouanne ( Mauve Circuit )

Was den Parkour wirklich zum Highlight macht, ist der Abwechslungsreichtum der Boulder: Von Kaminen, Platten, Rissen, Schuppen, Verschneidungen, Überhängen bis hin zu Höhlen gibt es wirklich so ziemlich alles. Alpine Abgeschiedenheit gibt’s auch, da der Parkour (aufgrund der Ausgesetztheit) wohl etwas aus der Mode geraten ist. Ich bin niemand anderem begegnet und es war Sonntag und schönstes Wetter!

Aufgrund der relativen Leichtigkeit ist der Parkour perfekt für einen Pausentag oder wenn es zu warm für harte Projekte ist (Dann sollte man evtl. auch darüber nachdenken, irgendwo Wasser zu deponieren)

In diesem Sinne: Bequeme Schuhe, Lappen zum Abputzen der Schuhe einpacken und dann los!!!










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