Kreuztalsteinbruch - August 2008

Im Kreuztalsteinbruch bei Neuwerk (Rübeland) lässt sich an Prophyrwänden klettern. Die Routen sind an der Straßenseite bis zu 20 Meter und im Steinbruchkessel bis zu 30 Meter lang. Die Kletterei ist recht ungewöhnlich und gerade das Massiv zur Straßenseite erfordert auf der großen Platte eher eine gute Fusstechnik als viel Kraft. Gerade zur sonst eher Granit-domimierten Harz Kletterei bietet der Kreuztalsteinbruch mal eine Abwechslung.

Am 30.08. konnte ich dort eine neue Tour erstbegehen. Die Tour wurde schon vor einigen Jahren von Jörg S. aus Wernigerode eingebohrt und in einem Telefonat erlaubte er mir, sein Projekt zu klettern, wenn ich Lust hätte. Klar hab ich Bock :) Also schnell mal wieder in den Harz gedüst und das Projekt angeschaut. Die Projektschlingen in der ersten 2 Bohrhaken sah ich schon als ich mit dem Klettern angefangen hatte - nur damals wusste ich nicht was sie bedeuten. Im Steinbruch angekommen war ich dann erleichtert als ich die 2 Schlingen noch im Haken hängen sah und so wusste, dass die Tour noch keinen Begeher hat. Schnell noch im Gipfelbuch vergewissert, dass noch nichts von einer Erstbegehung drinsteht und dann ran an die Sache.

Am 30.08.08 klappte die Route dann im zweiten Versuch auch im Rotpunkt. Beim ersten Versuch brach noch der ein oder andere Griff und Tritt raus... inklusive ein Griff bei der Schlüsselstelle. Die ließ sich dann aber mit einem Kreuzer auch recht gut lösen und wurde nur geringfügig schwerer.

Der untere Bereich der Route ist - obwohl ich einiges ausgeräumt habe - noch teils recht "instabil" und die Griffe sollten vorsichtig belastet werden. Wobei die Absicherung aber auch vorbildlich ist. Die Schwierigkeit liegt meines Erachtens wohl irgendwo bei sächs. VIIIa-c. Sollte die dünne Riss/Schuppe an der der Schlüsselstelle irgendwann auch rausbrechen, wirds wohl um einiges schwerer. Ich war mir eigentlich sicher, dass sie sich bei der ersten Berührung verabschiedet, aber sie ließ sich dann doch super belasten.

Der Ausstieg bis zum Abseilring ist etwas merkwürdig. Klettert man den Bohrhaken nach, landet man in der Botanik und muss sich noch 4 Meter durch Moos und Bewuchs kämpfen. Dort ist dann auch noch ein Bohrhaken versteckt. Vielleicht könnte man auch nach links in die "Lungenentzündung" queren, um sich den Ausstieg zu ersparen.

Vielen Dank an Jörg S. und wer sonst noch an den Bohrarbeiten beteiligt war.

Routenname: Wicked
Schwierigkeit: VIIIb (sächsich)
Topo: Kreuztalsteinbruch (Kreuztalwächter)
David Lamm, 30.08.08



Keine Kommentare vorhanden
Hinterlasse eine Antwort
* Der Kommentar wird erst sichtbar, wenn ich ihn freigeschaltet habe
Name
Email (wird nicht veröffentlicht)
Website